Hält nicht das Maul
Unangepasste Indie-Atmosphäre umweht Finn-Ole Heinrich. Dorthin schauen, wo sonst nur wenige hinschauen, will der bereits preisgekrönte Jungautor. Dass er nicht nur gekonnt schreiben, sondern auch vorlesen kann, zeigt er uns bei der Lesung seines Debütromans Räuberhände.
„Meine Motivation für das Schreiben ist der Drang, mich einzumischen, das Maul nicht zu halten,” sagt Finn-Ole Heinrich über seine Arbeit als Schriftsteller. Den 25-jährigen Autor interessieren die Abgründe hinter der Oberfläche, das Kranke im Alltäglichen. In seinem erstem Roman Räuberhände erzählt Heinrich die Geschichte zweier Freunde Anfang 20, die versuchen erwachsen zu werden, sich zu finden, die rebellieren wollen, auch wenn sie selbst gar nicht richtig wissen, wogegen. Von außen besehen sind es normale Jungs, nur an wenigen Stellen wie Samuels Räuberhänden, die angefressen und zerbissen sind, ist zu erkennen, dass tief drinnen Aufruhr und Not herrscht.
Mit Klarheit, Leichtigkeit und scharfsinnigen wie kunstvollen Sätzen schafft es Heinrich, komplexe Geschichten überraschend zu erzählen. Da Finn-Ole Heinrich außerdem als Lese-Entertainer bekannt ist, dürfen wir uns auf einen unterhaltsamen, jungen Literaturabend mit Tiefgang freuen.

























