Tafelhalle: Die Kontrakte des Kaufmanns

Bild: Tafelhalle: Die Kontrakte des Kaufmanns

Die lustigen kleinen Preise und ihre Folgen. (Bild: Marion Bührle)


Krise und Spaß dabei!

Auch wenn man inzwischen noch so genervt sein mag, die Wirtschaftskrise ist überall, Wegrennen bringt nichts. Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek hat das schon früh erkannt und schaut in ihrem neusten Stück Die Kontrakte des Kaufmanns dem Unheil ganz tief in die Augen.

Inflation, Konkurse, Börsencrashs, Skandale, Korruption – Die Wirtschaftskrise hat wahrlich nicht die angenehmsten Themen an die Tagesordnung gebracht. Und wer hat Schuld an dem ganzen Salat? Nicht nur rücksichtslose Manager und korrupte Banker, wie Elfriede Jelinek zeigt, sondern auch die ebenso leichtgläubigen und gierigen Kleinanleger. Das klingt nicht wirklich nach einem schönen Theaterabend, sondern eher nach einer höchst unsehenswerten Sendung mit Frank Plasberg, aber Elfriede Jelinek hätte 2004 nicht den Nobelpreis erhalten, könnte sie nicht selbst so einem Stoff den dringend nötigen Witz großzügig mit Witz versehen.

Theater soll schließlich spannender sein als der Börsenticker und so sehen wir in der Tafelhalle unsere außergewöhnliche Gegenwart außergewöhnlich dargestellt: Was passiert ist und immer noch passiert wird den Zuschauern witzig und märchenhaft vorgespielt, man braucht gewiss kein Wirtschaftsstudium, um das Stück zu verstehen. Sollte man das trotzdem besitzen, bietet die Wirtschaftskomödie sicherlich neue Perspektiven. Und weil es um Solidarität und Gleichberechtigung geht, sitzen die Zuschauer in der Tafelhalle alle auf Sitzkissen wo sie eben möchten, selbstverständlich auch auf der Bühne. Schließlich sind wir in Zeiten der Krise ja auch keine bloßen Zuschauer.

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