Theater Garage: Clyde & Bonnie

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Kein Anspruch auf Moral

Bonnie und Clyde, von denen hat jeder schon mal gehört und dank den Toten Hosen, weiß auch jeder was die gemacht haben: Sich geliebt und Banken ausgeraubt. Holger Schobers Bühnenadaption erzählt die Geschichte des Gangsterpärchens in rasanter Art und Weise, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu erheben.

Darf man Banken ausrauben, wenn man sonst keine Perspektive mehr hat? Klar, die sind eh alle versichert. Und darf man die Versicherungen um ihr Geld bringen? Klar, die sind eh alle Verbrecher und haben keinen Anspruch auf Moral. So sehen das jedenfalls Bonnie und Walter, den Bonnie aus offensichtlichen Gründen lieber Clyde nennen möchte. Nach dem Vorbild des berühmten Gangsterpärchens brüllen die beiden der Gesellschaft, die ihnen keine Zukunft bietet ein lärmendes FUCK YOU! entgegen und ziehen los, um Banken auszurauben.

Durch coole Dialoge, die richtige Mischung aus Trauer und Komik, Action und Ruhe und einer intelligenten Erzählweise hat Autor Holger Schober mit diesem Stück schnell Vergleiche mit Quentin Tarantino auf sich gezogen. Wie einen amerikanischen B-Movie inszeniert er die Geschichte von den beiden, die am Ende waren und noch mal starten wollten. Und trotz dem Bezug zu heutigen Jugendproblemen wie Arbeitslosigkeit, Isolierung und Politikverdrossenheit wird die Moral von der Geschicht’ nicht mit dem Vorschlaghammer serviert: Nach Holger Schober sollte die Botschaft nicht der einzige Grund sein, warum man Theater macht, Theater muss sinnlich sein – Knallen muss es! Und knallen tun auch Bonnie und Walter.

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